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"Mit 80 noch den Comrades laufen"
| 08.07.2011
Die Begegnung mit Peter Camenzind ist nicht einfach eine Reise in die Vergangenheit, sondern ein anregender Austausch mit einem aktiven, fitten Läufer und Menschen, der mit sich und der Welt im Reinen ist. Wenn er laufe, habe er immer noch das gleich gute Gefühl wie vor dreissig Jahren, sagt Camenzind auf die Eingangsfrage, wie es sich anfühle, sechzig zu werden. "Nur wenn ich hinterher auf die Uhr schaue, sehe ich, dass ich langsamer geworden bin." "Langsamer" ist bei ihm allerdings relativ. 2011 hat Camenzind mit starken Leistungen die Altersklassentitel bei den Schweizer Meisterschaften über 10 km und über die Marathondistanz gewonnen.
Peter Camenzind hat keine Vergangenheit als Leichtathlet. Er fing mit dreissig als junger Familienvater mit dem Laufen an, weil er ein Hobby suchte, das einfach und mit wenig Zeitaufwand zu praktizieren war. Der Ehrgeiz und die Freude daran, sich zu messen und Ziele zu erreichen, gehörten bei ihm von Anfang dazu. Er trat dem Sihltaler Sportclub bei. Dort war Peter Rupp, mehrfacher Sieger der 100 km von Biel, der Massstab für alle. Peter Camenzind trat in seine Fussstapfen - und setzte neue Richtwerte. Dreimal hat er in den 90-er Jahren den 100 km Lauf von Biel gewonnen. Seine unglaublich anmutenden 6:37 Std. aus dem Jahr 1996 sind bis heute Streckenekord. Dazu hat Camenzind dreimal hintereinander den Swiss Alpine gewonnen. Das Laufen in der Natur ist seine eigentliche Leidenschaft. Trailrunning wie es heute populär geworden ist, fasziniert ihn. So startete Camenzind 2010 bei der Erstaustragung des Mountainman in seiner Zentralschweizer Heimatregion.Â
Camenzind wirkt in der persönlichen Begegnung zurückhaltend, beinahe etwas scheu. Er ist kein Typ für die Masse. Beim Laufen wird aus dem stillen Menschen Camenzind jedoch ein Sportler, der grosse Emotionen zeigt. So wurde er beim Swiss Alpine auf dem Sertigpass stets von gewaltigen Glücksgefühlen übermannt. Als eindrücklichste Erlebnisse seiner bisherigen Laufkarriere bezeichnet Camenzind die insgesamt 14 Teilnahmen am Comrades Ultramarathon in Südafrika. "Der Comrades hat in Südafrike eine Bedeutung wie bei uns etwa die Lauberhornabfahrt," erläutert Camenzind die Gründe für seine Begeisterung. "Jeder Comrades Teilnehmer geniesst eine hohe Wertschätzung." Gewonnen hat Camenzind den Comrades nie. Er beendete den Anlass jedoch zweimal in den Top Ten - als Amateur unter Profiläufern. 1997 gewann er zudem seine Alterskategorie. Die damalige Siegerehrung ist der emotionale Höhepunkt in seinem Läuferleben geblieben. "Die Ehrung wurde von Nelson Mandela vorgenommen," erzählt Peter Camenzind, "sein Charisma und seine grosse Warmherzigkeit haben mich tief beeindruckt."
Peter Camenzind hat stets mit einem vollen Pensum als Büezer auf dem Bau gearbeitet. Heute ist er als Bauleiter tätig. Trainierte er einst täglich, so schnürt er die Laufschuhe heute noch rund viermal in der Woche. Die Freude am Laufen ist nach wie vor der eigentliche Motor. Von grösseren Verletzungen ist er verschont geblieben. Und wenn er doch mal pausieren muss, bricht keine Welt zusammen: "Dann gehe ich eben vermehrt wandern". Angesprochen auf seine Ziele für die Zukunft, meint Camenzind mit einem Lächeln: "Mit 80 noch den Comrades laufen."
swiss-running.ch dankt Peter Camenzind für seinen Beitrag zur Laufsportszene Schweiz und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute und weiter viel Spass und Erfolg!
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Kommentare
Als Verantwortliche r für Breitensport Running von Swiss Athletics wünsche ich dir aus der Geschäftsstelle in Ittigen alles Gute und noch viele Kilometer als Läufer.
Running-Gruss, Bruno