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Alles unter einem Hut
| 09.08.2011
Treffpunkt Baldegg oberhalb des Aargauer Städtchens Baden. Das hügelige Naherholungsgebiet sei ihr Trainingsgebiet, erzählte Jacqueline Keller bei der Vorbesprechung. Und natürlich hat Jacqueline an diesem Morgen bereits eine Laufrunde absolviert. Trainingseinheiten in der Früh sind eine Gewohnheit aus der Zeit als ihre beiden Kinder jünger waren. Damals lief sie jeweils um sechs Uhr los. Heute startet sie auch mal etwas später. "Die Kinder sind nun keine Kinder mehr und ich kann sicher sein, dass sie das Haus ohne Konfitürenmund verlassen."Â
Jacqueline Keller ist im Aargau verwurzelt. Hier ist ihr Elternhaus, hier hat sie ihre eigene Familie gegründet und hier engagiert sie sich über die Familie hinaus. Etwa als Redaktorin des Gebenstorfer Dorfheftes und als Leiterin der Jugendabteilung der Läufergruppe Gebenstorf-Turgi. Um alle Interessen unter einen Hut zu bringen, sind in der Familie seit jeher viel gegenseitiges Verständnis und kreative Ideen gefragt. Während ihr Mann etwa mit den Kindern den Schluchsee aus Pedaloperspektive erkundete, umrundete Jacqueline den schmucken See im Laufdress. Ein beliebter Familienspass waren die Verfolgungsrennen: Die Mutter lief zu Hause los; nach einem vereinbarten Zeitraum folgte ihr der Rest der Familie auf dem Bike.
Jacqueline Keller ist in der Runningszene als ambitionierte und erfolgreiche Läuferin bekannt. Dabei hatte sie nach der Heirat und Triathlonerfahrungen bis hin zum Ironman keine Zukunft als Leistungssportlerin geplant. Mit dem 4. Gesamtrang beim Swissalpine von 1990 rutschte sie in die Laufszene hinein. Drei Jahre später gewann Jacqueline den Swissalpine! Besondere Aufmerksamkeit erzielte sie im letzten Jahr: Sie gewann als W45 Läuferin die Overall Frauenwertung beim Schwarzwald Marathon. Dieser Sieg sei ihr beinahe ein bisschen peinlich gewesen, gab Jacqueline später zu Protokoll. Sie habe sich gefragt, wo die Jungen geblieben seien.
Vor kurzem hat Jacqueline Keller zusammen mit ihrem Mann das OK Präsidium des Badener Limmatlaufs übernommen. So bleibt das Laufen weiterhin eine Familiensache. "Ein Sportler sollte bei seinem Hobby immer an die Familie denken", sagt Jacqueline. "Wir Läufer wirken sympathischer, wenn wir trotz eines Wettkampfs, am nächsten Tag der Theateraufführung des Göttibuben oder dem Konzert des Nachbarn beiwohnen."
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