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Nicole Büchler: "Schweizer Rekord ist machbar" | 05.03.2009
Interview: Beat Freihofer, Bieler Tagblatt
Im Vorfeld der Hallen-EM sagen Sie, dass Sie Ihren Schweizer Rekord in Turin von 4,45 m auf 4,50 m verbessern wollen. Was macht Sie so zuversichtlich?
Nicole Büchler: Es ist mir während der ganzen Hallensaison gut gelaufen. Deshalb bin ich überzeugt, dass ein Schweizer Rekord machbar ist. Ich bin mir jedoch bewusst, dass ich hierfür einen guten Tag brauche.
Sie hätten auch tiefstapeln und sagen können, Sie wären mit 4,40 m zufrieden. Zeugt Ihre Aussage von neu gewonnenem Selbstvertrauen?
Nein, nein. Ich will mir ein Ziel setzen, das ich erreichen kann, ohne dass ich jedoch eine Garantie habe, dass ich dies schaffe. Komme ich über 4,40 m, wäre das sicher schön, doch wäre ich nicht restlos zufrieden. Aus diesem Grund habe ich von einem möglichen Schweizer Rekord gesprochen. Ein solcher wäre das Tüpfchen auf dem i.
Letztes Jahr beklagten Sie eine mentale Blockade, wegen der Sie anstatt einzustechen oft durchgelaufen sind. Ist dieses Problem nun gänzlich verschwunden?
In diesem Winter ist es wirklich weg. Einzig in manchen Trainings ist mir das noch passiert. Sehr viele Stabhochspringer kennen dieses Phänomen. Die einen leiden länger darunter, die anderen weniger. Man fühlt sich bereit für den Sprung, und dann geht es plötzlich nicht. Ich weiss nicht, wieso ich das hatte, und ich weiss nicht, warum es jetzt wieder weg ist.
Nach der Universiade 2007 in Bangkok und den Olympischen Spielen 2008 in Peking ist die Hallen-EM in Turin Ihr dritter internationaler Grossanlass. Inwiefern hilft Ihnen die Erfahrung?
Sie hat vor allem in der Vorbereitung Auswirkungen. In den zwei Tagen vor einem solchen Wettkampf mache ich keine Trainings mehr. Bei anderen Meetings lege ich nur einen Tag Pause ein. Das muss jeder Athlet für sich ausprobieren. Bei mir hat es sich gezeigt, dass ich so am besten fahre. Unmittelbar vor meinem Einsatz werde ich trotzdem nervös sein, denn die Hallen-EM ist eines meiner Saisonziele. Beruhigend ist, dass ich schon weiss, wie der Wettkampf ungefähr ablaufen wird.
Wie wichtig ist für Sie während eines Wettkampfs die Anwesenheit Ihres Trainers?
Er gibt mir Sicherheit. Nach jedem Sprung gibt er mir ein kurzes Feedback. In einer technischen Disziplin ist das wichtig, dort nimmt der Trainer einen grossen Einfluss.
An einer EM wird der Trainer kaum so nahe bei Ihnen sein können wie an einer Schweizer Meisterschaft oder einem sonstigen Meeting. Ein Problem?
Wir werden am Abend vor dem Wettkampf die Halle anschauen gehen, dann wissen wir, wie weit weg er sein wird. Wir haben ein paar Zeichen, dank denen wir uns auf Distanz verstehen. Das werden wir vorgängig noch genau besprechen.
An Schweizer Meisterschaften müssen Sie immer lange warten, bis die meisten Athletinnen ausgeschieden sind und Sie Ihren Wettkampf beginnen können, an internationalen Wettkämpfen kommen Sie schneller dran. Was ist Ihnen lieber?
Ich kann nicht sagen, dass das eine gut und das andere schlecht ist. Ein bisschen Wartezeit ist mir ganz recht. Jedoch nicht gerade zwei Stunden.
Ihre persönliche Bestleistung liegt bei 4,45 m, andere Frauen springen einen halben Meter oder noch mehr höher. Was machen diese besser?
Das kann man nicht so einfach sagen. Es ist nicht nur ein Bereich, in dem ich schwächer bin. Ich habe überall noch Sachen, die ich verbessern kann.
Sie sind nur 1,61 Meter gross. Ein entscheidender Nachteil?
Wenn man zu gross ist, wird es auch schwierig. Grundsätzlich ist es aber schon so, dass eine grössere Athletin längere Stäbe benutzen kann und beim Einstechen einen anderen Winkel hat. Wie sehr ich im Nachteil bin, weiss ich nicht. Darüber mache ich mir auch keine Gedanken, ändern kann ich ohnehin nichts.
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