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Martinez kämpft um Medaille, Sprintstaffel um Einzug in den Final | 11.08.2006

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Am zweitletzten EM-Tag will Alexander Martinez (ab 15:50 Uhr) um die Medaillen im Dreisprung mitspringen. Die 4x100-m-Staffel kämpft im Vorlauf (16:55) um den Einzug in den Final vom Sonntag. Ivan Bitzi startet zum Halbfinal über 110 m Hürden (15:55 Uhr). Am zweitletzten EM-Tag will Alexander Martinez (ab 15:50 Uhr) um die Medaillen im Dreisprung mitspringen. Die 4x100-m-Staffel kämpft im Vorlauf (16:55) um den Einzug in den Final vom Sonntag. Ivan Bitzi startet zum Halbfinal über 110 m Hürden (15:55 Uhr).

Martinez geht mit guten Chancen auf Medaillenjagd. Der 29-jährige Neo-Schweizer demonstrierte im Qualifikations-Wettkampf vom Donnerstag mit seinen zwei Versuchen und dem drittbesten Ergebnis (Schweizer Rekord mit 17,13) noch ein enormes Potenzial.

Seinen Fans (und sich selber) hat der Ex-Kubaner, der seit fünf Jahren mit einer Schweizerin verheiratet ist und im Februar eingebürgert wurde, eine Medaille in Göteborg angekündigt. Gestern, am Tag zwischen Qualifikation und Final, bestätigte er dieses Ziel: "Es bleibt dabei, ich will eine Medaille."

Martinez hatte nach seinem ersten Einsatz an einer Grossveranstaltung ("Obwohl ich seit 20 Jahren Leichtathletik betreibe") gut geschlafen "und mich gut erholt". Auch die leichte Fussgelenkstauchung, die er sich im zweiten Quali-Sprung zugezogen hatte, war am Abklingen. Gestern war er deswegen nochmals bei seinem "Mechaniker" (Physiotherapeut Daniel Troxler) in Behandlung.

Gestern Morgen hatte Martinez für das Schweizer Fernsehen in der Innenstadt von Göteborg TV-Aufnahmen in einem Musikgeschäft gemacht -- und dabei, seiner lebensfrohen Art als Salsatänzer entsprechend, abgetanzt. Am Nachmittag folgte ein leichtes Training ohne Sprünge.

Als Nummer 16 der Saison mit einer Jahresbestweite von 16,99 war "Alex" nach Göteborg gekommen. Nach seinem fünften Landesrekord vom Donnerstag mit 17,13 (und dem Ausscheiden prominenter Leute) ist er im Zwölferfinal schon die Nummer 7.

Wie weit muss man im Final springen, um eine Medaille zu gewinnen? Martinez: "In der Schweiz sagte ich noch 17,40 -- vielleicht sind es mehr, vielleicht auch weniger..." Und wie immer fügte Martinez an: "Ich bin bereit."

Seine Trainerin Rita Schönenberger erwartet nach der vorzüglichen Qualifikation ebenfalls eine Medaille von ihrem Schützling. "Aber zunächst", so die ehemalige Weitspringerin und Hürdensprinterin, "muss sich Alex in den ersten drei Sprüngen für die ersten acht qualifizieren (vier Springer scheiden nach drei Versuchen aus, Red.). Dann ist alles möglich."

Dass Martinez seine grosse Nervosität und den hohen Druck, den er sich selbst auferlegt hatte, in der Qualifikation so leicht wegsteckte, ist ein gutes Omen. Er rechtfertigte sein Markenzeichen "stark im Kopf". Vermutlich hat auch ein Hinweis seines "informellen Beraters", des Dreisprung-Weltrekordlers Jonathan Edwards (Gb), dazu beigetragen. Edwards schärfte dem EM-Neuling Anfang Woche ein: "Du darfst noch nicht an den Final denken, du musst dich voll auf die Qualifikation konzentrieren."

Reüssiert Martinez, dann gibt es für die Schweiz die allererste Dreisprung-EM-Medaille, die erste EM-Medaille in einer technischen Disziplin seit 1986 (Werner Günthör, Gold Kugel), die erste EM-Medaille in einem Sprungwettkampf seit 1971 (Meta Antenen, Silber Weit) und die erste EM-Medaille in einer Männer-Sprungdisziplin seit 1946 (Lucien Graf, Silber Weit).

Als hoher Favorit gilt der schwedische Titelverteidiger Christian Olsson, seines Zeichens auch Olympiasieger und Weltmeister. Olsson legte zur Begeisterung des Publikums im ersten Qualifikationsversuch 17,51 m (die Weite von Martinez´ Bestweite aus dem Jahr 2005) und setzte damit auch gleich den Akzent für den Final.

Schweizer Staffelziel: EM-Final

In der Besetzung Andreas Baumann - Marco Cribari - Marc Niederhäuser - Markus Lüthi versucht heute Samstag die Schweizer 4x100-m-Staffel, sich für den EM-Final in Göteborg vom Sonntag zu qualifizieren.

Staffeltrainer Lucio di Tizio blieb keine Auswahl mehr, nachdem Andreas Kundert und Marc Schneeberger ausgefallen waren. Schneeberger leidet unter Verhärtungen im Oberschenkel, Kundert reiste gestern mit einer Magen-/Darm-Gruppe nach Hause. "Mindestens ein Hundertstel schneller als in der Qualifikation", formulierte di Tizio das heutige Ziel. In der Besetzung Kundert - Cribari - Niederhäuser - Schneeberger hatte sich das Team mit 39,50 für die EM qualifiziert.

Diese Zeit muss vermutlich deutlich unterboten werden, um den Einzug in den Achterfinal zu schaffen. Von den insgesamt 18 Teams waren diese Saison sieben schneller als die Schweiz; bisher langsamere Staffeln wie Frankreich (mit 39,64 zu Buche) haben noch enormes Potenzial.

Im Hinblick auf das Fernziel "Olympiafinal 2008 in Peking" sollte sich die Schweizer Sprinttruppe nächstes Jahr für die WM in Osaka qualifizieren. Dort sind die 16 besten Staffeln aus vorher fixierten Rennen startberechtigt; die EM in Göteborg ist die erste Qualifikationsmöglichkeit.

Neben dem Sextett, das für Göteborg aufgeboten wurde, spielen für künftige Staffelplanungen auch die Zürcher Youngsters Reto Amaru Schenkel und Rolf Fongué eine Rolle, die nächste Woche bei den Junioren-WM in Peking über 100 m antreten.

Ivan Bitzi in stark besetztem Halbfinal

Ivan Bitzi müsste sich für eine Final-Qualifikation unter den besten vier seines Halbfinals qualifizieren. Dabei trifft er unter anderem auf Weltmeister Ladji Doucouré, den Schnellsten der Vorläufe Stanislav Olijar und den Deutschen Thomas Blaschek. "Ich mache mir keine Illusionen. Um in den Final zu kommen, muss ich wohl Schweizer Rekord laufen. Doch ich bin in Form. Das hat der Vorlauf gezeigt," so Bitzi. Der Rekord von Raphaël Monachon liegt bei 13,48 Sekunden, Bitzis Bestzeit bei 13,52.

Link zu den Startlisten vom Samstag:
http://www.sportresult.com/sports/la/framework/eaa2.asp?event_id=10000100000031&event_day=6&module=timetable_date&lang=en



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