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Marathonläufer Viktor Röthlin mit längerer Zwangspause | 16.04.2009
Beim Obwaldner traten nach den zwei Lungenembolien Komplikationen auf. Dabei sammelte sich Flüssigkeit im rechten Lungenflügel an. Um eine optimale medizinische Versorgung sicher zu stellen, wurde der Schweizer Rekordhalter (2:07:23) deshalb zwischenzeitlich wieder mehrere Tage hospitalisiert. Mittels Katheter wurde die Flüssigkeit abgesaugt. Die neusten Untersuchungen zeigen nun immerhin eine klare Tendenz zur Erholung des rechten Lungenflügels. Der WM-Dritte 2007 scheint auf dem Weg der Besserung zu sein.
"Oberstes Ziel ist jetzt, dass ich mich ohne weitere Rückfälle gut von der Krankheit erholen kann", sagte das Aushängeschild der Schweizer Leichtathletik anlässlich einer Medienorientierung in Neuenegg, wo er die Zusammenarbeit mit der Schweizer Sportnahrungsmarke Isostar bekannt gab. "Ich muss vorübergehend aufhören, aus Sicht des Sportlers zu denken." Die Trainingspause, welche ohne Komplikationen rund vier Wochen betragen hätte, dauert nun länger und wird zeitlich nicht definiert.
Wann und ob der Schweizer Rekordhalter wieder über sportliche Ziele und Pläne sprechen kann, hängt primär von der Genesung seiner Lunge ab. Noch ist nicht erwiesen, dass sich sein Atmungsorgan wieder vollumfänglich und ohne nennenswerte Leistungseinbusse entfaltet. Derzeit werden dem 34-jährigen Langstrecken-Ass Antibiotika sowie Medikamente, welche die Gerinnungsfähigkeit des Blutes herabsetzen ("Blutverdünner"), verabreicht.
Röthlin war vor vier Wochen vorzeitig aus dem Trainingslager aus Kenia zurück gereist. Untersuchungen in der Schweiz ergaben, dass er in Afrika wegen einer Thrombose im Bereich der rechten Beckenvene eine Lungenembolie erlitten hatte. Wenige Tage später trat in der Schweiz nochmals eine Embolie auf. Die nun aufgetretene Flüssigkeitsbildung steht im Zusammenhang mit dem ersten Vorfall in Afrika, der damals wegen der fehlenden Diagnose nicht richtig behandelt werden konnte.
"Ich orientiere mich schon lange am Leben nach dem Sport", betonte der EM-Zweite von Göteborg 2006 mit dem Hinweis auf seine Firma VIKMOTION. Er habe immer gewusst, dass in den nächsten Jahren irgendwann mal fertig sein werde. "Aber es wäre jetzt natürlich ärgerlich, wenn ich den Zeitpunkt meines Rücktritts nicht selber bestimmen könnte." Röthlin hatte nach seinem starken Auftritt bei den Olympischen Spielen von Peking (6. Rang) mit dem Europarekord (2:06:36) und den Europameisterschaften 2010 in Barcelona noch zwei grosse Ziele für den Herbst seiner Sportlerkarriere angekündigt. Ursprünglich wollte er das erste Ziel bereits am 26. April in London anvisieren.
Ob Röthlins gesundheitlichen Probleme erblich bedingt sind, ist noch nicht geklärt. Dazu muss die Einnahme des Blutverdünners abgesetzt werden. Das Medikament soll Röthlin noch bis im Herbst verabreicht werden. Klar hingegen ist, dass trotz der Einnahme von Blutverdünner Leistungssport betrieben werden kann.
(Text: Hans Leuenberger, Sportinformation)



