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Alexander Martinez mit Schweizer Rekord im Final! | 10.08.2006
Der internationale Einstand des Neo-Schweizers Alexander Martinez erfolgte an den EM in Göteborg mit einem Paukenschlag. Im zweiten Dreisprung-Versuch sprang er mit 17,13 m Schweizer Rekord und übertraf die Qualifikationsweite von 16,95 deutlich. Der internationale Einstand des Neo-Schweizers Alexander Martinez erfolgte an den EM in Göteborg mit einem Paukenschlag. Im zweiten Dreisprung-Versuch sprang er mit 17,13 m Schweizer Rekord und übertraf die Qualifikationsweite von 16,95 deutlich.
Der lebensfrohe Salsatänzer und Paradiesvogel Alexander Martinez zog als drittbester Springer der Qualifikation in den EM-Final vom Samstag (15.50 Uhr) ein. Erst einmal in der Geschichte der Leichtathletik-EM hatte dies ein Schweizer Dreispringer geschafft. Das war 1954 bei den Heim-EM in Bern, wo Fritz Portmann mit 14,81 den 5. Platz belegte.
Den Schweizer Rekord, den der aus Kuba stammende, mit einer Schweizerin verheiratete und im letzten Februar eingebürgerte Martinez Anfang Juli in Luzern erstmals an sich gerissen hatte, verbesserte er bereits zum fünften Mal -- diesmal um 14 cm. Mit einem Landesrekord über 17 m gehört die Schweiz neuerdings zu den respektablen Dreisprung-Nationen.
Am Ende der von insgesamt 25 Athleten bestrittenen Qualifikation hatten sieben Konkurrenten die 17-m-Marke geschafft. Als Letzter erreichte Danila Burkenja (Russ) mit 16,74 für den Zwölferfinal. Mit der gleichen Weite schied der französische 17,38-m-Springer Julien Kapek aus. Auch den Italiener Fabrizio Donato, der mit 17,60 zu Buche steht, flog (mit 16,66) hinaus. Bereits im ersten Durchgang hatten in der Gruppe von Martinez der schwedische Überflieger Christian Olsson (17,51), der Portugiese Nelson Evora (17,23) und der Russe Alexander Sergejew (17,02) die Qualifikationsweite übertroffen. Dem Schweizer missglückte der erste Versuch; er wurde mit 13,69 gemessen. "Die Bahn ist sehr schnell, ich hatte ein zu hohes Tempo drauf und konnte den dritten Sprung nicht stehen", sagte Martinez.
"Ich hatte keine Angst"
Davon liess er sich aber nicht beunruhigen. "Wow", sagte er sich nach dem misslungenen ersten Versuch, "das wäre ein Megasprung gewesen, also muss es klappen. Ich hatte keine Angst." Im zweiten Versuch sprang er mit dosiertem Risiko "auf Sicherheit", war überrascht, wie leicht alles vor sich ging. "Ich habe noch nie einen solchen Wettkampf gemacht", stellte der Springer vom LC Zürich fest, "aber es ist super gegangen."
Eine Bandage am rechten Knie trug er "zur Sicherheit, damit nichts weiter passiert. Mein Knie war in den letzten Monaten nie hundertprozentig gesund, aber es geht schon", sagte er. Ein wenig mehr Sorgen macht ihm das Fussgelenk. "Ich musste im zweiten Sprung vor dem Balken bremsen, da spürte ich das Fussgelenk. Aber auch das bringen wir mit dem ´Mechaniker´ wieder hin." Neben der schnellen Bahn drückte auch bei den meisten Sprüngen zusätzlich ein Rückenwind. Für Martinez wurden im ersten 2,1 m/s und im zweiten (rekordtaugliche) 0,8 m/s gemessen.
Um kleine Blessuren behandeln zu können, kommt es den meisten Dreispringern entgegen, dass zwischen Qualifikation und Final ein Tag Pause eingeschaltet wurde -- wohl nicht zuletzt im Interesse von Lokalmatador Olsson...
"Alex" hatte noch in der Schweiz seinen Fans und seinem Umfeld eine Medaille bei seinem ersten Grossanlass versprochen. Den ersten Schritt dazu hat er gestern getan.
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