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Swiss Athletics Forum: Training optimiert, Umfeld vernachlässigt? | 18.05.2012
„Wenn es zu Hause nicht stimmt oder die Beziehung kriselt“, schickten die Forumsleiter Ruedi Oegerli und Ewa Haldemann voraus, „wenn die medizinische Beziehung vernachlässigt wird, im Ernährungsbereich Fehler gemacht werden, Beruf oder Ausbildung die verbleibenden zeitlichen Ressourcen überschreiten, entstehen keine Höchstleistungen – weder im sportlichen noch in einem anderen Bereich. “ Umso wichtiger ist eine optimale Umfeldgestaltung, sei es im medizinischen, wirtschaftlichen, sportsozialen oder psychologischem Bereich.
Inputs der Fachreferenten
Inputs erhielten die Forumsbesucher von vier Fachreferenten. Swiss Athletics Verbandsarzt Peter von Stokar wies unter anderem auf die Gefahr des Medizintourismus hin („Zu viele Köche verderben den Brei“). Andrea Salvadè, technischer Leiter von VIGOR Ligornetto und Trainer von Irene Pusterla, schlug vor, der Coach solle sich – in Absprache mit dem Athleten – um alles kümmern, damit sich dieser auf das Wesentliche – die Leistungserbringung – konzentrieren könne.
Thomas Müller, Präsident der LAS BSC Old Boys Basel, sah die sportsoziale Umfeldoptimierung im Spitzensport primär beim Verband, während er im Nachwuchsbereich die Vereine in die Pflicht nahm (Erziehungsauftrag). Leo Held, ehemaliger technischer Direktor und Nationalcoach beim Schweizerischen Judoverband, wiederum zeigte auf, dass man den Erfolg buchstäblich „organisieren“ müsse (etwa durch Leistungszentren).
Fallbeispiele durchleuchtet
Die Veranstaltung von Swiss Athletics in Zusammenarbeit mit swiss coach beinhaltete nebst Referaten aber auch konkrete Fallbeispiele (Case studies). Zur Sprache kamen die Beispiele von Philipp Bandi (GG Bern/Langstreckenlauf), Mujinga Kambundji (ST Bern/Sprint), Michelle Zeltner (GG Bern/Mehrkampf) und Markus Schaffner (LC Brühl/Trainer des Hürdensprinters Andreas Kundert).
Dabei wurde das Umfeld der betreffenden Personen durchleuchtet und Lösungsansätze besprochen. Die Moderatoren warfen Fragen auf und vermittelten praxisnahe Botschaften, wenngleich es letztlich keine Patentrezepte gibt.
Was kann Swiss Athletics tun?
Gerade im Hinblick auf Grossanlässe und speziell die Heim-EM 2014 in Zürich stellt sich die Frage, wie und mit welchen Massnahmen das Umfeld des Athleten-Trainer-Gefüges optimiert werden kann. „Swiss Athletics strebt eine individuell und situativ angepasste Unterstützung und Begleitung der Athleten an“, erläuert Peter Haas, Chef Leistungssport von Swiss Athletics.
Dazu gehört die Karriereplanung ebenso wie entsprechende Fördergefässe (A- und B-Kader, Swiss Starters 2014, World Class Potentials). Gleichzeitig – und das haben die Beispiele von Andrea Salvadè und Markus Schaffner verdeutlicht – ist es unerlässlich, auch die Trainer und ihre Arbeit in den Bereich der Umfeldoptimierung einzubinden. Â
Die weiterführende Themensammlung kann ab nächster Woche im Swiss Athletics Shop bezogen werden. Das französischsprachige Forum zum selben Thema findet im November in Aigle statt.



